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Franziskustag 2011:
Im Zeichen von Partizipation und Freiwilligkeit
Vor einigen Jahren thematisierte die Gesellschaftswissenschaft Franz von Assisi als "Zeitgenossen für eine andere Politik" und diskutierte die "politische Aktualität des Lebensentwurfs". Sein Leben könne für die heutige Zeit ein Regulativ sein, nicht nur in religiöser Hinsicht, sondern auch lebenspraktisch für einen weltlichen Humanismus. Bereiche, in denen Franz von Assisi als Vorbild dienen könnte, seien der Respekt vor jedem Leben, die materielle Armut versus dem Reichtum kulturellen Schaffens sowie die Bildung von und Teilnahme an lokalen und regionalen Vereinen, Organisationen und Bürgerinitiativen (vgl. Kammerer P. et al., Franz von Assisi – Zeitgenosse für eine andere Politik, Düsseldorf 2008).
In diesem Sinne kann hier eine Brücke geschlagen werden zum Franziskustag 2011 an der BAKIP Salzburg, der Partizipation und Solidarität zum Thema hatte. Da 2011 zudem das "Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit und Förderung der aktiven Bereitschaft" ist, bot das Land Salzburg mit dem Projekt "frei.will.ich. Dein Einsatz fehlt, dein Einsatz zählt!" in Workshops die Möglichkeit, einen Einblick in konkrete Freiwilligentätigkeiten zu bekommen. Kinder und Jugendliche, so die Landeshauptfrau Mag.a Gabi Burgstaller, lernen im praktischen Tun, entfalten ihre Persönlichkeit und entwickeln soziale Kompetenz. Diejenigen, die in jungen Jahren Freude an gemeinnützigem Handeln gewinnen, übernehmen als Erwachsene auch verstärkt Verantwortung für unsere Gesellschaft. Die Zukunft der Zivilgesellschaft hängt damit maßgeblich davon ab, Kindern und Jugendlichen Zugänge zu freiwilligem Engagement zu eröffnen, so Burgstaller weiter.
Durch die Präsentation verschiedener Einsatzorganisationen an der BAKIP sowie durch oben erwähnte Workshops zum Thema Partizipation und Freiwilligenarbeit konnten den Schülerinnen und Schülern Zugänge zur aktiven Mitgestaltung des Gemeinwesens ermöglicht werden. Im Folgenden soll ein kurzer Überblick über die Aktivitäten vor Ort gegeben werden. Als Gast wohnte auch die Landeshauptfrau den Workshops bei (mehr …) und bedankte sich ganz herzlich bei den zahlreichen Organisationen, ohne deren oftmals gefährlichen Einsatz ein (Über)leben - im wahrsten Sinne des Wortes - nicht möglich wäre (vgl. Land Salzburg, frei.will.ich):
- Workshop 1: Partizipation und Freiwilligenarbeit: Was darf ich sagen, was soll ich sagen, was muss mal gesagt werden? Und wie gestalte ich eine eigene Sendung? Wissenswertes rund um Meinungsfreiheit, Partizipation und "Radio machen" erlebten Schülerinnen und Schüler hautnah in der Radiofabrik Salzburg. Die Sendung kann hier runtergeladen werden.
- Workshops 2: Mitreden – mitmachen – mitbestimmen: Kinder und Jugendliche zu beteiligen heißt, sie bei wichtigen Entscheidungen mitgestalten und mitbestimmen zu lassen. In diesem Workshop wurden die Grundlagen der Partizipation erläutert und in Zusammenarbeit mit Akzente Salzburg verschiedene Freiwilligenprojekte vorgestellt.
- Workshop 3: Misch dich ein! (Bilder/Forumtheater): Ausgehend von der Frage "Wie sähe die Welt ohne Solidarität und Freiwilligenarbeit aus?" wurden in Kooperation mit dem Verein "freiTräume" Szenen erarbeitet, in denen solidarisches Handeln gefragt ist.
- Workshop 4: Partizipation macht Sinn: Warum engagieren wir uns eigentlich freiwillig? Was bringt mir das? Werte, Sinn und Glück und der Wunsch nach Partizipation spielen dabei jedenfalls eine große Rolle und wurden genauer unter die Lupe genommen.
- Workshop 5: Freiwilliges Arbeiten und die "gute" Tat: Kleine freiwillige Projekte wurden geplant und in die "gute" Tag umgesetzt. Das ermöglichte ein direktes Erleben und regte die Schülerinnen und Schüler an, sich kreativ mit dem Thema auseinanderzusetzen.
- Workshop 6: Young Caritas: Ein Kennenlernen dieser Jugend-Organisation wurde von Herrn Direktor Gruchmann initiiert, von Herrn Lansa begleitet und von den Schülerinnen und Schülern äußerst interessiert aufgenommen.
- Workshop 7: Telefonseelsorge: Wer kennt sie nicht - Sorgen und Probleme, die uns den Schlaf rauben und die uns unseren Alltag nicht mehr bewältigen lassen? Frau Schweitzer erläuterte in diesem Workshop die Möglichkeiten und Grenzen der Telefonseelsorge.
- Workshop 8: Migration: In diesem Workshop wurde Migration hautnah erlebbar, da die Vortragende, Frau Lume Avidu, selbst eine junge Migrantin ist und daher das Thema für die Schülerinnen und Schüler in deren Sprache verständlich und sensibel aufbereiten konnte.
Folgende fünf Salzburger Einsatzorganisationen präsentierten sich des Weiteren vor Ort und gaben einen fundierten Einblick in ihre Tätigkeitsbereiche:
- Bergrettung und Höhlenrettung (Abseilen vom Dach)
- Wasserrettung ("Erleben" einer Wasserrettung in der Salzach)
- Rotes Kreuz (Kennenlernen des Rettungsautos)
- Jugendrotkreuz (Erste Hilfe Check).
Einen speziellen Bezug zum Jugendrotkreuz hat die BAKIP aufgrund der aktiven Tätigkeit der Kollegen Wolfgang Zankl und Gerald Gutschi in dieser Einrichtung. Letzterem gebührt auch der Dank für die Organisation dieses speziellen Franziskustages, sowie für den Spendenaufruf der BAKIP 2011 für Ostafrika in Zusammenarbeit mit der Leitung des Jungendrotkreuzes in Wien, Herrn Stummer. Abschließend sei noch allen freiwilligen Helferinnen und Helfern und der Mitorganisatorin, Kollegin Gertrude Bernroider, der Dank ausgesprochen, die diesen Tag für die BAKIP zu einem beeindruckenden Erlebnis und die Wichtigkeit und Nachhaltigkeit des Themas "Partizipation und Freiwilligkeit" in spiritueller und weltlicher Hinsicht deutlich gemacht haben.
Mag. Sabine Plöckinger
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